Wozu Chloren?

Chlor ist ein Reizthema für viele Trinkwassernutzer. Schlecht sind die Erfahrungen, die so mancher im Schwimmbad, im Urlaub oder auch mit der Trinkwassernutzung in der DDR gemacht hat. Dabei ist das Desinfektionsmittel in der Wasserversorgung ein wichtiger Zusatzstoff, der auch heute noch weit verbreiteten Einsatz findet. Denn auf dem Weg zum Kunden muss der Versorger eine gleichbleibende Qualität garantieren und das geht bei langen Wegen oft nicht ohne eine Desinfektion des Wassers.

Bei zu geringen Fließgeschwindigkeiten oder zu weiten Wegen wird Chlor, Chlordioxid oder aber auch Natrium- oder Calciumhypochlorit eingesetzt, um die bakteriologische Beständigkeit zu gewährleisten. Ein weiteres durch die Trinkwasserverordnung zugelassenes Desinfektionsmittel ist Ozon bzw. die Bestrahlung mit UV–Licht als Verfahren.

Welches Verfahren?

Welches Desinfektionsmittel und –verfahren zum Einsatz kommt, wird durch die Beschaffenheit des Wassers bzw. die Verfahrenstechnik bestimmt. Darüber hinaus gibt es Höchstgrenzen für die Dosierung, die ebenfalls durch die Trinkwasserverordnung geregelt sind. Prinzipiell gilt das Minimierungsgebot: So wenig wie möglich, so viel wie nötig.

In den Wasserwerken der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz kommen ausschließlich Chlor und Chlordioxid zum Einsatz. Sie werden jeweils an den Wasserwerksausgängen in geringsten Mengen automatisch dosiert. Auf dem Weg zum Kunden entfalten diese Stoffe ihre desinfizierende Wirkung und werden dabei aufgezehrt, so dass an vielen Messstellen im Netz kein freies Chlor mehr messbar ist.

Ein Beispiel: Während am Ausgang des Wasserwerkes Wienrode ein Chlorgehalt von 0,18 mg/L (maximale zulässige Dosierung nach Trinkwasserverordnung 0,3 mg/L) und ein Chlordioxidgehalt von 0,08 mg/L (maximale zulässige Dosierung nach Trinkwasserverordnung 0,2 mg/L)nachweisbar ist, ist der Gehalt an frei wirksamen Chlor rund 100 Kilometer weiter am Messpunkt Oppin vor den Toren der Stadt Halle unter die Nachweisgrenze gesunken. Das heißt Chlor kann zwar noch detektiert werden, aber nicht mehr mit einem genauen Messwert beziffert werden, so gering sind die Spuren.

Wie viel genau?

Die Werte für die wichtigsten Probenahmestellen im Netz sind aus dem Zahlenteil des aktuellen Trinkwasserjahresberichtes zu entnehmen.

 

Weiterführende Links

Umweltbundesamt - Liste der zugelassenen Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren gemäß § 11 der Trinkwasserverordnung

Zuletzt aktualisiert am 28.08.2017 von Werbeagentur POSTYOU.

Zurück

Sie haben weitere Fragen?