Trinkwasserhärte

Die Härte eines Wassers wird bestimmt durch den Gehalt an gelösten Minerialien, die im Laufe des Versickerungsprozesses durch Boden und Gestein aufgenommen werden. Aus diesem Grund ist Trinkwasser, das aus Oberflächenwasser (Talsperren) gewonnen wird, wesentlich weicher als jenes, das aus Grundwasserleitern kommt.

Zu den wesentlichen Härtebildnern gehören Calcium und Magnesium. Je mehr Calcium und Magnesium ein Wasser enthält, desto härter ist es. Natrium, Kalium, Sulfat und Hydrogencarbonat sind weitere Stoffe, die den Härtegrad mitbestimmen.

Die Härtegrade des Wassers

Bezeichnung Grad deutscher Härte Millimol/l Calciumcarbonat
Weiches Wasser < 8,4 < 1,5
Mittleres Wasser 8,4 … 14,0 1,5 … 2,5
Hartes Wasser >14,0 > 2,5

Pro und Contra

Es gibt in Deutschland eine lebhafte Diskussion darüber, welches Wasser nun das Beste sei und oft ist sie interessengeleitet. Fakt ist: die Härte des Trinkwassers ist kein Qualitätskriterium in der Trinkwasserverordnung. Es gibt keinen „Härtegrenzwert“ und sowohl besonders weiches als auch besonders hartes Wasser lässt sich bedenkenlos konsumieren.

Wohl aber gibt es eine ganze Reihe von Argumenten pro und contra harten bzw. weichen Wassers, z.B.:

Mit weichem Wasser verkalken Haushaltsgeräte weniger schnell, der angegebene Wirkungsgrad bleibt länger erhalten und man spart Energie. Besonders moderne Installationssysteme reagieren sensibel auf Kalkablagerungen (siehe auch Schodorf, Sanitärjournal 2/2012: Kalk behindert Effizienz moderner SHK-Technik).

Mit weichem Wasser kann Waschmittel gespart werden, denn die Hersteller machen Mengenangaben abhängig von der Wasserhärte. Verschiedene Studien gehen von einem Einsparpotenzial von bis zu 0,60 €/m³ bei Wasch- und Geschirrspülmittel, Entkalker und Reiniger aus, allein wenn der Härtebereich von hart auf mittelhart sinkt.(vgl. TZW/FraunhoferISI (2000): Mögliche Vor- und Nachteile bei der Verteilung von weicherem Wasser)

Teeliebhaber schätzen weiches Wasser, andere mögen den frischeren Geschmack harten Wassers.

Angaben des Versorgers

Laut Trinkwasserverordnung müssen Versorger einmal jährlich den Härtegrad des Wassers veröffentlichen. Er kann von Wohngebiet zu Wohngebiet unterschiedlich sein und sich im Laufe der Zeit ändern. Bestimmend ist die Quelle, aus der das Trinkwasser gewonnen wird und diese kann variieren. Mögliche Gründe sind die Erschließung neuer Brunnen, die Änderung von Mischwasseranteilen verschiedenen Ursprungs oder der Wechsel von Bezugsquellen beim Versorger.
Interessierte Bürger erfahren den Härtegrad ihres Trinkwassers immer bei ihrem direkten Versorgungsunternehmen, also Stadtwerken oder Wasserzweckverbänden.

Die Härtegrade der Trinkwässer der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH

Wasserwerk Grad deutscher Härte Millimol/l Calciumcarbonat
Wienrode 4,0 < 1,5
Torgau-Ost 12,6 1,5 … 2,5
Mockritz 18,6 >2,5

Weiterführende Links

Wikipedia - Stichwort Wasserhärte

BDEW/Umweltbundesamt - Erklärfilm zum Thema Wasserhärte

Zuletzt aktualisiert am 23.09.2016 von Werbeagentur POSTYOU.

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